Biometrisches Fieber-Screening made in Hamburg

Hamburger Biometrie-Unternehmen Dermalog entwickelt Körpertemperatur-Kamera. Lösung findet weltweit Anklang, auch im hiesigen Spitzensport
03. Juni 2020
Fever Detect System measures body's temperature

Das Coronavirus verursacht nach Angaben des Robert Koch Instituts bei 41 Prozent der Deutschen Fieber. Damit zählt Fieber zu den häufigsten Symptomen einer Virusinfektion. Dies rückt die Fiebererkennung als präventive Maßnahme zur Eindämmung der aktuellen Pandemie in den Fokus. Das Hamburger Biometrie-Unternehmen Dermalog hat eine Fieberkamera entwickelt, die berührungslos die Körpertemperatur ermitteln kann. Die Lösung komme bereits weltweit zum Einsatz – zum Beispiel in der Fußball-Bundesliga und bei Grenzkontrollen.

Biometrisches Fieber-Screening 

Die sogenannte Fever Detection Camera des Biometrie-Spezialisten tastet mithilfe von Sensorik das Gesicht von Personen ab und ermittelt dabei die Körpertemperatur. Wird eine erhöhte Temperatur festgestellt, löst das System Alarm aus oder verwehrt den Zutritt, zum Beispiel als Bestandteil einer automatischen Zugangskontrolle. Während beim Einsatz von Handthermometern der empfohlene Sicherheitsabstand meist nicht eingehalten werden kann, ermögliche die automatische Fieberkamera eine „hohe Messegenauigkeit" aus einer Entfernung von bis zu 2 Metern, so das Hamburger Unternehmen.

Weltweites Interesse an Fieberkamera

Die Nachfrage sei groß. Dermalog habe „inzwischen Kunden aus fast 50 Ländern weltweit", erklärt Unternehmenssprecher Sven Böckler gegenüber dem Hamburger Abendblatt. So habe beispielsweise Thailand die Lösung des Hamburger Unternehmens Mitte Februar 2020 in die Grenzkontrollen integriert. Auch der Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen lässt nicht nur Spieler, sondern auch das Trainerteam und die Betreuer regelmäßig scannen: „Die Fieberkameras sind fester Bestandteil unseres Sicherheitskonzepts, um die Ansteckungsgefahr innerhalb des Vereins so gering wie möglich zu halten“, sagt Dr. Karl-Heinrich Dittmar, Direktor Medizin bei Bayer 04 Leverkusen. Hierfür wurden fünf Kameras an verschiedenen Zugängen zum Vereinsgelände bzw. in den Kabinen installiert. 
js/sb