Konjunkturbarometer: Geschäftsklima erholt sich leicht

Herbst-Befragung – Unternehmer und Handwerk blicken etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Erneuter Lockdon verlangsamt Erholungsprozess jedoch
19. November 2020
Luftaufnahme HafenCity

Die anhaltende Corona-Pandemie hinterlässt nach wie vor deutliche Spuren in der Wirtschaft. Dies zeigt das neue Konjunkturbarometer der Metropolregion Hamburg. Während die Ausbreitung des Coronavirus erwartungsgemäß zu massiven Einbrüchen geführt hat, schauen Unternehmer und Handwerk laut Herbst-Befragung etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Doch der zunächst deutliche Erholungsprozess des Geschäftsklimas verlangsame sich unter anderem durch den aktuellen Lockdown light“ wieder spürbar. 

Unternehmer und Handwerk vorsichtig optimistisch

Branchenübergreifend bewerten wieder 22,8 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut und 47,2 Prozent als befriedigend. Dies ist eine deutlich optimistischere Einschätzung als noch im ersten Quartal (42,8 Prozent „schlecht“). Auch im Handwerk habe sich das Konjunkturklima nach dem Corona-bedingten Einbruch im Frühjahr wieder aufgehellt. Mit 54 Prozent bewerten mehr als die Hälfte der Betriebe ihre Geschäftslage als gut. 35 Prozent sind zufrieden.

Mehr als die Hälfte rechnet mit gleichbleibender Geschäftslage in nächsten Monaten

So rechnen 50,8 Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten mit einer gleichbleibenden Geschäftslage. Glaubten im Frühjahr nur sechs Prozent an eine günstigere Entwicklung, so sind es nun 16,2 Prozent. Im Handwerk sind die Zukunftserwartungen stabil: 67 Prozent sind überzeugt, dass sich die Geschäftslage in den kommenden Monaten nicht verändern wird. Dahingegen rechnen 17 Prozent mit einer Verbesserung. Bei der Personalplanung seien die Unternehmen weiterhin zurückhaltend, wenn auch etwas optimistischer als noch im ersten Quartal, so das Konjunkturbarometer: Während zwei von drei von einer gleichbleibenden Beschäftigtenzahl für 2020 ausgehen, rechnen neun Prozent mit wachsenden Mitarbeiterzahlen.

Exportaussichten: leichte Erholung

Darüber hinaus haben sich die inländischen Investitionspläne der befragten Unternehmen zuletzt leicht verbessert: 17,1 Prozent planen in den kommenden zwölf Monaten zusätzliche Investitionen; im ersten Quartal waren es nur 8,1 Prozent. Die Hälfte will unverändert investieren. Eine leichte Erholung sei laut Befragung auch bei der Einschätzung der Exportaussichten zu verzeichnen: Glaubten im Frühjahr noch 65,7 Prozent an einen Rückgang und nur sieben Prozent an eine Zunahme, so rechnen nun immerhin 21 Prozent mit zunehmenden sowie 40,9 Prozent mit gleichbleibenden Exportgeschäften.

Mehr Planungssicherheit für die Wirtschaft gefordert

Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck und Mitglied im Vorstand der Initiative pro Metropolregion Hamburg e.V., fordert mehr Planungssicherheit: „Die Stimmungsaufhellung zeigt die Zuversicht der Unternehmen und ihren Willen, zügig in die Normalität zurückzukehren.“ Dies sei jedoch nur eine Momentaufnahme, denn seit Anfang November erschwere der neuerliche Lockdown eine weitere Erholung der Wirtschaft. „Wir erhoffen uns vom Staat einen Weg, der die Geschäfte der Unternehmen ermöglicht und mit den notwendigen Sicherheitsstandards kombiniert, einen Weg, der der Wirtschaft wieder mehr Planungssicherheit gibt.“

Über das Konjunkturbarometer der Metropolregion Hamburg

Die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern der Metropolregion Hamburg befragen zweimal im Jahr ihre Mitgliedsunternehmen nach ihrer aktuellen Geschäftslage und bitten um eine Einschätzung für die kommenden Monate. Daraus ermitteln sie das Geschäftsklima. Die Daten dieser Konjunkturumfrage wurden im September und Oktober 2020 vor Inkrafttreten neuer Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus bei insgesamt 1.709 Unternehmen und 1.052 Handwerksbetrieben erhoben. 
sb/kk

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