UKE forscht zu Covid-19-Infektionen bei Kindern

Bundesweite C19.Child Studie auch in Hamburg gestartet. UKE will 6.000 gesunde sowie kranke Kinder und Jugendliche untersuchen
14. Mai 2020
University Hospital Hamburg-Eppendorf

Die Frage, inwieweit Kinder und Jugendliche sich mit dem neuartigen Coronavirus anstecken und auch übertragen können, ist zurzeit viel diskutiert. Eine belastbare Datengrundlage scheint es bislang nicht zu geben. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) untersucht daher ab sofort die Schwere und Häufigkeit von COVID-19-Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Die Ergebnisse der Studie ‚C19.CHILD Hamburg’ sollen sowohl eine gezieltere medizinische Versorgung ermöglichen als auch eine Entscheidungshilfe für präventive Maßnahmen bieten. In die Studie sollen Daten von insgesamt rund 6.000 gesunden sowie chronisch kranken Kindern und Jugendlichen mit und ohne Symptomen einer COVID-19-Infektion einbezogen werden, die stationär oder ambulant versorgt werden. An C19.CHILD beteiligen sich neben dem Kinder-UKE auch alle anderen Hamburger Kinderkliniken.

C19.CHILD Hamburg: erster Teil der Studie gestartet

Bereits Ende April 2020 war ein Teil der Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Ania C. Muntau gestartet, um mögliche COVID-Erkrankungen und eine Immunisierung bei Heranwachsenden zu erforschen. Für die sogenannte HCH.Child-Studie werden mittels Rachenabstrich und einem Antikörpertest Kinder im Alter von 0 bis zu 18 Jahren untersucht. „Im Rahmen der Studie wollen wir untersuchen, wie häufig sich Kinder und Jugendliche infizieren und wie anfällig sie für eine COVID-19-Infektion beziehungsweise für einen schweren Verlauf der Infektion sind. Zugleich wollen wir erforschen, wie groß das Risiko einer Verbreitung des neuartigen Corona-Virus durch asymptomatische Kinder ist und ob chronisch kranke Kinder ein größeres Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Infektion haben als gesunde Kinder“, sagte Prof. Muntau, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKE.

Langfristige COVID-19-Folgen erforschen

Zunächst sollen über einen Zeitraum von sechs Wochen Daten zur Häufigkeit von COVID-19-Infektionen bei Heranwachsenden erhoben werden. Dabei sollen die Daten von nicht vorerkrankten Kindern mit Daten von Risikogruppen verglichen werden. Positiv getestete Kinder werden im zweiten Teil der Studie über einen Zeitraum von sechs Monaten begleitet. Hierbei werden insbesondere die Folgen für das Immunsystem und der Biochemie nach Erkrankung mit dem Virus und Risikogruppen unter chronisch kranken Kindern identifiziert. Das Forschungsvorhaben wird u. a. mit Spendengeldern der Michael Otto-Stiftung, der Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg, vom Hamburger Sportverein e. V. (HSV) sowie von Hamburger Privatpersonen unterstützt. Darüber hinaus wird die Studie durch die Hamburger Biotech-Firma Altona Diagnostics gefördert.
js/sb