ITS-Projekt EDDY: 2,5 Millionen Euro für dynamische Kartendaten

BVMI fördert Hamburger Forschungsprojekt zu gemeinwohlorientierten und öffentlichen Kartendaten. Alternative zu großen Navigationsanbietern?
17. Dezember 2021
Speicherstadt

Die ideale Route im Stadtverkehr finden, Baustellen vermeiden und schnellstmöglich am gewünschten Ziel ankommen: All dies ermöglichen sogenannte dynamische Kartendaten. Bislang sind solche Karten in der Regel Eigentum großer Navigationsanbieter, wie Google Maps. Mit einem neuen Forschungsprojekt will die Stadt Hamburg nun die Grundlagen dafür schaffen, dass Städte, Gemeinden und Kommunen die Daten selbst in einer Karte gemeinwohlorientiert und öffentlich bereitstellen können. Das Projekt mit dem Namen EDDY (European Digital Dynamic Mapping) startete im November und soll über die nächsten drei Jahre laufen. Es wird durch das Bundesverkehrsministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert. Das Vorhaben ist Teil der 2016 vom Senat verabschiedeten ITS-Strategie, die bis ins Jahr 2030 reicht. Im Zuge dessen hat sich Hamburg – mit bereits mehr als 170 ITS-Projekten – als Modellstadt und Labor für intelligente Verkehrs- und Logistiklösungen positioniert.

ITS-Strategie: Hamburg als Vorreiter für intelligente Verkehrslösungen

Ziel des Projekts sei die Aufbereitung von Daten, etwa zur Verkehrs- und Wetterlage, Baustellen oder Verkehrszeichen, so die Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende. Die Ergebnisse wolle man auf der städtischen Urban Data Platform bereitstellen. Durch den Einsatz der dynamischen Kartendaten erhoffe man sich eine Reduktion von Emissionen, den Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmenden sowie die Ermöglichung höherer Stufen des automatisierten Fahrens. Geplant sei eine Zusammenarbeit mit Partnern aus Forschung und mittelständischer Wirtschaft sowie mit weiteren europäischen Großstädten. Zu den Kooperationspartnern zählen demnach unter anderem die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
tn/sb