Wasserstoff

Energieimporte: Hamburg als Hub für die Dekarbonisierung

23. März 2022
Wasserstoff-Kooperation zwischen Deutschland und den VAE. Hamburg will sich als bundesweites H2-Import- und Verteilungszentrum etablieren

Um die Dekarbonisierung der Industrie voranzubringen, sollen in Deutschland künftig grüne Energielieferungen eine wichtige Rolle spielen. Geplant ist der Aufbau einer Wasserstoff-Wertschöpfungskette zwischen der Bundesrepublik und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Entsprechende industrielle Vereinbarungen traf Wirtschaftsminister Robert Habeck bei seinem Besuch in Abu Dhabi am 21. März. Eine zentrale Rolle könnte dabei zukünftig auch die Wasserstoff-Importstrategie der Hansestadt spielen.

Hamburg will zur europäischen Drehscheibe für grüne Energie werden

„Die in Abu Dhabi vereinbarten Kooperationen und Maßnahmen unterstützen Hamburgs Ziele, die Industrie zu dekarbonisieren und Hamburg zur europäischen grünen Energiedrehscheibe aufzubauen“, erklärte Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann. Die Hansestadt sei dafür prädestiniert, beim Import von grünem Wasserstoff als Import- und Verteilungszentrum zu dienen. Unser Ziel ist es, als Green Hydrogen Hub Europe den deutschen und europäischen Wasserstoffbedarf zu bedienen.“

Bereits geplant sei im Zuge der Kooperation vonseiten der nationalen VAE-Energiegesellschaft ADNOC (Abu Dhabi National Oil Company) eine Testlieferung des Wasserstoff-Speichers Ammoniak über die HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) an das Hamburger Metallunternehmen Arubis. Im Erfolgsfall könnte Ammoniak in der Kupferherstellung als CO2-neutraler Energieträger eingesetzt werden. Im Vergleich zu Wasserstoff lässt es sich derzeit einfacher, effizienter und kostengünstiger speichern und transportieren. Dem Bundesministerium für Wirtschaft (BMWI) zufolge könnte das Transportketten-Pilotprojekt mit „blauem Ammoniak einen wichtigen Grundstein für mittelfristige Importe von grünem Wasserstoff legen.

Emiratisch-Deutsche Energiepartnerschaft besteht seit 2017

Laut BMWI verfügen die VAE über „sehr gute Voraussetzungen für die kostengünstige Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien.“ Erste Wasserstofflieferungen könnten bereits in diesem Jahr erfolgen. Habeck besuchte auch die geplante große Öko-Modellstadt Masdar City bei Abu Dhabi und eine Solaranlage in der Nähe. Seit 2017 besteht die Emiratisch-Deutsche Energiepartnerschaft.
tn/sb/kk

Ähnliche Artikel

Grünes Licht für LNG-Terminal in Brunsbüttel

Flüssigerdgas-Terminal in Metropolregion Hamburg soll Versorgung sichern und Abhängigkeit von russischem Erdgas verringern

Umfrage: Energieversorgung wird zum Problem für Hamburger Wirtschaft

Handelskammer befragt Unternehmen zu Auswirkungen des Ukraine-Krieges. Herausforderungen durch Energiepreise und Sanktionen

Cluster Erneuerbare Energien Hamburg verabschiedet neue Strategie

„Clusterstrategie 2025“ – Wie die Metropolregion Hamburg zu einem Modellraum für die vernetzte Energiewende werden soll

Hamburg stellt Wasserstoff-Importstrategie vor

Green Hydrogen Hub Europe: Wie die Elbmetropole bis 2030 zur europäischen Drehschreibe für grünen Wasserstoff werden will
Die von uns eingesetzte Consent Management Plattform (https://app.usercentrics.eu/) konnte nicht geladen werden. Dies kann passieren, wenn AdBlocker diese URL fälschlicherweise blockieren. Einige Funktionen, wie z.B. Kartendarstellungen, Umkreissuchen oder Formulare, können so nicht verwendet werden. Um diese Funktionen benutzen zu können, deaktivieren Sie bitte Ihren AdBlocker oder erlauben Sie den Zugriff auf *.usercentrics.eu.