Digitale Kontaktverfolgung: Hamburg erwirbt Lizenz für „Luca-App“

Corona – Hamburg will zukünftig auf QR-Codes statt Zettelwirtschaft setzen. Kontaktnachverfolgungs-App soll Gesundheitsämter entlasten
13. April 2021
Coronavirus

QR-Codes statt Zettelwirtschaft – Die sogenannte „Luca-App“ soll die Kontakterfassung im Zuge der Corona-Pandemie digitalisieren, und die Arbeit der Gesundheitsämter erleichtern. Nutzer*innen können ihre Daten in der App hinterlegen und vor Ort, etwa im Restaurant, via QR-Code einchecken. Nun setzt auch Hamburg auf das Luca-System und hat eine entsprechende Lizenz erworben. Die dazugehörige App wurde unter anderem von dem Hamburger Sänger Smudo (Die Fantastischen Vier), weiteren Kulturschaffenden und der Bundesdruckerei entwickelt. Im nächsten Schritt will der öffentliche IT-Dienstleister Dataport die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die App auch die Kontaktnachverfolgung der Hamburger Gesundheitsämter unterstützen kann.

Luca-App: Kontaktnachverfolgung der Gesundheitsämter beschleunigen

„Die Zeit der Kontakterfassungszettel ist endlich auch in Hamburg vorbei! Wir begrüßen die Ankündigung des Senats, mit der Luca-App die Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter zu beschleunigen und den Unternehmer*innen ein praktikables Instrument anzubieten“, kommentiert Dr. Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg, den Einsatz der Luca-App in Hamburg. Wichtig sei jetzt – neben flächendeckendem Testen und zügigem Impfen – die App schnell in den Einsatz zu bringen, um wieder mehr wirtschaftliches Leben zu ermöglichen.

Digital statt analog

Demnach soll die Luca-App die bisherige Sammlung von Kontaktdaten auf Papier ersetzen, beispielsweise in der Gastronomie, bei Kultur- und Sportveranstaltungen, in Pflegeheimen und im Einzelhandel. Im Infektionsfall und nach Freigabe durch den oder die Nutzer*in leitet das Luca-System zunächst die Daten über die Aufenthaltsorte der letzten 14 Tage an das zuständige Gesundheitsamt weiter. 

Auf dieser Basis werden betroffene Veranstaltungsorte anschließend vom Gesundheitsamt kontaktiert und aufgefordert, die zeitlich relevanten Check-ins über das Luca-System freizugeben. Die zur Rückverfolgung von Infektionsketten benötigten Daten liegen den Ämtern somit digital vor und nicht mehr als handschriftlich ausgefüllte Kontaktlisten, was wichtige Zeit sparen soll. Die App ist für die Nutzer*innen und Nutzer kostenfrei, ihre Daten bleiben der besuchten Einrichtung gegenüber anonym, so die Entwickler. Zudem stelle das Luca-System eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bereit und speichere die Daten in Deutschland.

Bereits mehrere Bundesländer setzen auf die Luca-App

Die Vergabe für den Einsatz der Luca-App hat der öffentliche IT-Dienstleister Dataport im Auftrag von zehn Bundesländern, darunter auch Schleswig-Holstein und Niedersachen, gemäß den Regelungen des Bundeswirtschaftsministeriums vom 19. März 2020 zur Anwendung des Vergaberechts durchgeführt. Der Vertragsabschluss der Länder mit dem Anbieter „culture4life“ erfolgt über Dataport, Vertragspartner sind die jeweiligen Länder.
rr/sb/kk