Lufthansa unternimmt Rekordflug von Hamburg auf die Falklandinseln

Längster Passagierflug der Lufthansa-Geschichte. 13.700 Kilometer und rund fünfzehn Stunden nonstop. Flug befördert Polarforscher
01. Februar 2021
A350

Die Falklandinseln haben wenig mit Hamburg gemeinsam. So leben auf der landschaftlich kargen Inselgruppe vor der Küste Südargentiniens mehr Pinguine als Menschen, als stärkste Wirtschaftszweige gelten die Fischerei und Schafzucht. Doch ab dem 1. Februar verbindet die Falkländer trotz aller Gegensätze etwas mit den Hamburgern. Für dieses Datum ist der längste Passagierflug der Lufthansa-Geschichte angesetzt. 13.700 Kilometer nonstop – von Hamburg-Fuhlsbüttel nach Mount Pleasant, einem Flugplatz auf Ostfalkland. Die Passagiere auf dem rund fünfzehn Stunden langen Flug sind Wissenschaftler*innen und Besatzungsmitglieder, die von den Falklandinseln mit dem Forschungsschiff Polarstern ihre Weiterreise in die Antarktis antreten werden.

Lufthansa befördert Polarforscher*innen ab Hamburg

Thomas Jahn, Lufthansa-Flottenkapitän und Projektleiter Falkland, sagt: „Wir freuen uns, in diesen schwierigen Zeiten eine Polarforschungsexpedition unterstützen zu können. Das Engagement für die Klimaforschung ist uns sehr wichtig. Wir sind auf diesem Gebiet bereits seit mehr als 25 Jahren aktiv und haben ausgewählte Flugzeuge mit Messinstrumenten ausgestattet. Mit den im Reiseflug gesammelten Daten präzisieren Wissenschaftler aus der ganzen Welt Klimamodelle und verbessern die Wettervorhersage.“ Im Auftrag des Alfred-Wegener-Instituts Bremerhaven (AWI) befördert nun ein Airbus A350-900 über neunzig Besatzungsmitglieder und wissenschaftliches Personals des Forschungsschiff Polarsterns auf das Archipel.

Corona-Schutz: Flugzeug wird bis zum Abflug versiegelt

Grund für den Rekordflug ist die Corona-Pandemie. Der übliche Weg der Polarforscher über Kapstadt sei wegen der Infektionslage in Südafrika während der Planungen im Sommer 2020 nicht infrage gekommen, so bleibt nur der Weg über die Falklandinseln, so die Lufthansa. Der Sonderflug ist demnach mit besonders aufwendigen Vorbereitungen verbunden. So seien zusätzliche Trainings für die Piloten sowie spezielle elektronische Flug- und Landekarten nötig. Der in München stationierte Airbus werde dort für den Flug vorbereitet und in Hamburg mit weiterer Fracht und Gepäck beladen, umfassend desinfiziert und bis zum Abflug versiegelt. Aufgrund der Pandemie hätten sich Flugzeugkapitän Rolf Uzat und seine 17-köpfige Crew zeitgleich mit den Passagieren bereits in eine 14-tägige Quarantäne begeben. „Trotz der Einschränkungen für die Crew haben sich allein 600 Flugbegleiter*innen um diesen Flug beworben“, sagt Uzat.

Forschung im Südpolarmeer auch in der Krise essenziell

Dr. Hartmut Hellmer, physikalischer Ozeanograph am AWI und wissenschaftlicher Leiter der geplanten Polarstern-Expedition, zeigt sich erleichtert, dass die Expedition trotz der Corona-Krise durchgeführt werden kann. Sein Wissenschaftler-Team habe sich seit Jahren auf die Forschungsreise vorbereitet. „Im Südpolarmeer sammeln wir seit Jahrzehnten elementare Daten zu Ozeanströmungen, Meereis und Kohlenstoffkreislauf. Diese Langzeitmessungen bilden die Grundlage für unser Verständnis der polaren Prozesse und die dringend benötigten Klimavorhersagen", so Hellmer. Es sei deshalb wichtig, dass die Forschung in der Antarktis während der Pandemie fortgeführt wird.
tn/sb/kk

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