Beiersdorf will Verpackungen aus recyceltem Aluminium herstellen

Erste aus alten Getränkedosen hergestellte Aerosoldosen sollen ab Ende 2021 verwendet werden. Teil der Beiersdorf-Nachhaltigkeitsagenda
04. Juni 2021
Beiersdorf

Das Hamburger Kosmetikhersteller Beiersdorf will künftig auf Verpackungen aus recyceltem Aluminium setzen. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Verpackungsunternehmen Nussbaum sollen 2021 erste Aerosoldosen, wie etwa Spray-Deodorants, aus dem nachhaltigen Material auf den Markt kommen. Die Unternehmen hätten in einer einjährigen Entwicklungsphase ein Verfahren entwickelt, um die Verpackungen komplett aus alten Getränkedosen herstellen zu können, so Beiersdorf.

Aerosoldosen aus alten Getränkedosen

„Das Herausragende an der Technologie ist, dass hier erstmals keinerlei Primäraluminium verwendet, sondern sortenreiner Aluminiumabfall aus Getränkedosen eingesetzt wird. Wir setzen damit einen Rohstoffeinsatz ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft um“, sagt Markus Tomasini, CTO der Nussbaum Matzingen AG. Das mehrfach genutzte Aluminium benötige für seine Verarbeitung im Recyclingprozess bis zu 95 Prozent weniger Energie, ohne dabei Qualitätseinbußen zu erleiden. Geplant sei es zudem, sämtliche der Alu-Getränkedosen regional zu beschaffen, um kurze Materialwege zu garantieren.

Beiersdorf will selbstgesteckte Klimaziele erreichen

„Über unsere wegweisende Kooperation mit Nussbaum stoßen wir ein branchenübergreifendes Umdenken entlang der Lieferkette an und verringern unseren CO2-Fußabdruck in Bezug auf Aerosoldosen um bis zu 90 Prozent“, sagt Norbert Menzel, Principal for Packaging Technology bei Beiersdorf. Der Hamburger Konzern wolle künftig sein Sortiment auch über die Produktion von Aerosoldosen hinaus schrittweise nachhaltiger gestalten und recyceltes Aluminium in Verpackungen verwenden. Ziel sei es zudem, bis 2025 eine Reduktion der Emissionen entlang der Wertschöpfungskette um 30 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018 zu erreichen. „Unser Ansatz umfasst die gesamte Wertschöpfungskette einschließlich Lieferanten, Partnern und Logistik“, so Jean-François Pascal, Vice President Corporate Sustainability bei Beiersdorf. Bereits im Dezember 2020 startete Beiersdorf eine Zusammenarbeit mit dem Chemieunternehmen Sabic zur Entwicklung planzenbasierter Kosmetikverpackungen.
tn/sb