Wie „smarte Ladezonen“ den Stadtverkehr in Hamburg entlasten sollen

Neues Hamburger Pilotprojekt „SmaLa“ ​​​​​​​zum ITS Weltkongress: Wie kann der zunehmende Lieferverkehr in Städten bewältigt werden?
15. Oktober 2021
Jungfernstieg

Der Lieferverkehr in Städten nimmt als Folge des boomenden Online-Handels immer weiter zu. Mit einem neuen Pilotprojekt will die Stadt Hamburg nun Lösungen finden, um Zustellfahrzeuge umwelt- und verkehrsverträglicher in den städtischen Alltag integrieren zu können. Durch sogenannte „Smarte Liefer- und Ladezonen (SmaLa)“ erhoffe man sich, beispielsweise die Verkehrsbelastung in zweiter Reihe parkender Zustellfahrzeuge und die Behinderung des Verkehrsflusses einzudämmen. Die im Rahmen des Projekts neu errichteten Lieferzonen sollen für Paketdienstleister, Kuriere und Lieferanten vor Antritt der Fahrt oder unterwegs per Smartphone-App buchbar sein. 

Hamburg will Lieferverkehr umweltverträglicher gestalten

„Smarte Liefer- und Ladezonen sind ein wichtiger Baustein, den gestiegenen Lieferverkehr umweltverträglicher zu gestalten“, sagt Hamburgs Wirtschaftsstaatsrat Andreas Rieckhof. „Hamburg ist hier bundesweit Vorreiter und zeigt, wie man mit dem cleveren Einsatz von Digitalisierung einen echten und sichtbaren Mehrwert für Stadt und Bürger schaffen kann.“ Im Rahmen des Pilotbetriebs sollen im Bezirk Mitte zunächst vier Lieferzonen mit acht Stellflächen in Betrieb genommen werden. Über Schilder und Leuchtpunkte werde stets angezeigt, welche Stellplätze bereits reserviert seien. Wichtigstes Ziel der smarten Ladezonen sei es, zu einer „Reduzierung der Flächenkonkurrenz“ und „Optimierung der Verkehre“ beizutragen.

„SmaLa“ ist Ankerprojekt des ITS Weltkongresses

Da die Reservierung von Parkraum in Deutschland derzeit laut Straßenverkehrsordnung (StVO) verboten ist, erhielt das „SmaLa“-Projekt eine Ausnahmegenehmigung der Bundesregierung. Ob die digital reservierbaren Liefer- und Ladezonen in der Praxis tatsächlich funktionieren, soll bis Ende 2023 zwei Projektphasen überprüft werden. Nach „Evaluation und Ableitung von Weiterentwicklungspotenzialen“ der ersten Phase werde das Pilotprojekt in der zweiten Phase auf bis zu 25 „SmaLas“ ausgeweitet. Geplant sei dann auch der Test von unterschiedlichen Ausstattungen der Lieferzonen, etwa mit absenkbaren Pollern. Bei einem erfolgreichen Testbetrieb wolle sich Hamburg über den Bundesrat für eine Änderung der StVO einsetzen, so die federführende Wirtschaftsbehörde. Das Projekt „SmaLa“ wird von der Bundesregierung gefördert und ist ein Ankerprojekt des vom 11. bis zum 15. Oktober in Hamburg stattfinden ITS Weltkongresses für intelligente Transportsysteme.
tn/sb/kk