Handelskammern begrüßen mögliche norddeutsche Hafenkooperation

Handelskammern Hamburg und Bremen veröffentlichen Positionspapier. Zusammenarbeit norddeutscher Seehäfen sei in vielen Bereichen sinnvoll
03. März 2022
Port of Hamburg

Die Handelskammern Hamburg und Bremen haben sich in einem gemeinsamen Positionspapier zu einer möglichen norddeutschen Hafenkooperation geäußert. Grundsätzlich müsse die Wettbewerbsposition sowie die Effizienz und Produktivität der Seehäfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven gegenüber der Konkurrenz aus Rotterdam, Antwerpen und Danzig gestärkt werden, heißt es darin. Allerdings dürfe man die Diskussion über die Hafenkooperation nicht nur auf einen möglichen Zusammenschluss der großen Containerterminal-Betreiber Eurogate und HHLA beschränken. Eine Zusammenarbeit könne auch in anderen Bereichen sinnvoll sein. 

Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Co.

Potenzial für die Zusammenarbeit bestehe etwa „beim stärkeren gemeinsamen Lobbying für norddeutsche Infrastrukturprojekte, gemeinsamer Vermarktung der norddeutschen Seehäfen und der Stärkung der Rolle der Häfen bei der CO2-neutralen Ausrichtung der Wirtschaft”, so Norbert Aust, Präses der Handelskammer Hamburg im Rahmen der Vorstellung des Positionspapiers. Auch die Automatisierung der Prozesse beim Hafenumschlag, die Senkung der Hafenanlaufkosten sowie eine Reform bei der Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer könnten am besten im Kollektiv vorangetrieben werden. Eduard Dubbers-Albrecht, Präses der Handelskammer Bremen, betonte: „Nur durch gemeinsame Kraftanstrengungen können die norddeutschen Seehäfen im schärfer werdenden Wettbewerb Marktanteile zurückgewinnen und Beschäftigung sichern.”

Weiterer Infrastruktur-Ausbau gefordert

Wie die Zusammenarbeit konkret aussehen könnte, sollten die betroffenen Hafenunternehmen nun ohne Einflussnahme der Politik unter sich aushandeln, so die Handelskammern. „Eine direkte politische Einflussnahme würde einen Eingriff in marktwirtschaftliche Mechanismen bedeuten”, sagte Aust. Von Seiten der Politik erwarte man weitere Anstrengungen insbesondere im Bereich des Infrastruktur-Ausbaus. Dubbers-Albrecht erklärte: „Projekte wie die A20, die A26, der weitere Ausbau der Schieneninfrastruktur zur Stärkung der Hafenhinterlandanbindung und die Fahrrinnenanpassung der Weser sind Grundvoraussetzung für den Hafenstandort Norddeutschland.“
tn/sb