Hamburg richtet „Wissenschaftsbrücke“ für die Ukraine ein

Wissenschaftler*innen und Studierende aus der Ukraine sollen in Hamburg Wohnraum und Möglichkeiten zum wissenschaftlichen Arbeiten erhalten
03. März 2022
Ukraine's flag

Die Hamburger Wissenschaftsbehörde will nach dem russischen Angriff auf die Ukraine flüchtende Studierende und Wissenschaftler*innen kurzfristig mit der Bereitstellung zusätzlicher Mittel unterstützen. Im Rahmen der Hamburger Wissenschaftsbrücke Deutschland-Ukraine“ fließen zunächst 100.000 Euro in das Projekt „Scholars at Risk“, welches sich weltweit für die akademische Freiheit und die Menschenrechte von Wissenschaftler*innen und Akademiker*innen einsetzt. Geflüchtete Ukrainer*innen sollen in Hamburg unbürokratische Zugänge für das Studieren und wissenschaftliche Arbeiten sowie dringend benötigten Wohnraum erhalten, so Andreas Timm-Giel, Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz.

Wissenschaftsbehörde im Schulterschluss mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen

Es ist schon jetzt klar, dass auch die Wissenschaftsgemeinschaft stark betroffen ist: Zahlreiche Wissenschaftler*innen und Studierende sind auf der Flucht und fürchten um ihr Leben“, sagte Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank. Nun brauche es schnelle und unbürokratische Hilfen, die die Wissenschaftsbehörde im Schulterschluss mit den Hamburger Hochschulen und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen bereitstellen wolle. Dort, wo sich Betroffene melden, soll möglichst unkompliziert eine Aufnahme gewährleistet werden“, so Fegebank. So werde etwa das Forschungszentrum DESY seine Gästehäuser geflüchteten Ukrainer*innen zur Verfügung stellen.

In der Ukraine gibt es nach Angaben der Wissenschaftsbehörde 282 staatliche und private Hochschulen mit rund 1,4 Millionen eingeschriebenen Studierenden (Stand 2019). Die Ukraine ist seit dem Jahr 2005 vollwertiger Bologna-Vertragsstaat. Studiengänge und -abschlüsse entsprechen den einheitlichen EU-Standards.
tn/sb

Scholars at Risk

1999 in New York gegründet, umfasst das internationale Netzwerk „Scholars at Risk mittlerweile rund 500 Hochschulen in 38 Ländern. 2016 wurde die deutsche Sektion des Netzwerks unter Federführung der Alexander von Humboldt-Stiftung in Bonn gegründet. Die Universität Hamburg ist als Gründungsmitglied von Anfang an dabei.