Gewerbeflächen: Standorte in der Metropolregion Hamburg gefragt

Veröffentlichung des Gewerbeflächen-Berichts 2021 der Metropolregion. Nachfrage bleibt trotz Pandemie stabil, Angebot steigt
15. Februar 2022
Aerial view of Hafencity

Der Gewerbeflächenmarkt in der Metropolregion Hamburg zeigt sich trotz der Corona-Pandemie stabil. Das geht aus dem Gewerbeflächen-Bericht 2021 der Metropolregion hervor, der Anfang Februar vorgestellt wurde. Demnach sei die Nachfrage nach Gewerbeflächen weiterhin hoch. Zugleich habe sich im Vergleich zum Vorjahr das Angebot um sieben Prozent erhöht. Das Gewerbesteueraufkommen sei im Zuge der Pandemie hingegen um 22 Prozent zurückgegangen. In der jährlich durchgeführten länderübergreifenden Gewerbeflächen-Bilanz der Metropolregion werden von einer Hamburger Consulting-Firma Angebot und Nachfrage analysiert, um Trends zu identifizieren und zukünftige Bedarfe zu ermitteln.

Gewerbeflächen: Auswirkungen der Pandemie überschaubar

„Den meisten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes geht es trotz Coronakrise recht gut“, sagte der Staatsrat der Hamburger Wirtschaftsbehörde, Andreas Rieckhof, bei der Vorstellung des Berichts. Dies erkläre die stablie Nachfrage. Zuvor hatte bereits die für die Vermarktung städtischer Gewerbe- und Industrieflächen in Hamburg zuständige Wirtschaftsförderung Hamburg Invest eine vielversprechende Jahresbilanz vorgelegt. Das Ergebnis der Anlaufstelle für Ansiedlungen und Investitionen zeige, dass die Pandemie die Hamburger Wirtschaft bisher nicht dauerhaft beeinträchtige, so Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann.

Karte der Metropolregion Hamburg
© Metropolregion Hamburg
Die Metropolregion

Angebot erhöht sich um sieben Prozent

Wie aus dem Gewerbeflächen-Bericht hervorgeht, umfasste das Gewerbeflächenangebot in der Metropolregion Hamburg im September 2021 insgesamt 1.771 Hektar auf 661 Flächen. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich das Gewerbeflächenangebot um sieben Prozent erhöht. Am deutlichsten war der Anstieg des Angebots demnach in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Rotenburg (Wümme) und Stormarn. Die deutlichsten Rückgänge gab es in Lübeck, im Kreis Segeberg und im Heidekreis. Über die kommenden fünf Jahre hinaus gebe es Planungsabsichten für weitere 241 Hektar Gewerbeflächen

Doch nicht jede Gewerbefläche eigne sich für eine industrielle Ansiedlung, wo oft rund um die Uhr gearbeitet werde. Zudem liege fast die Hälfte der Industrieflächen in Mecklenburg-Vorpommern. „Mit Blick auf die Wasserstoffwirtschaft werden diese Flächen an Bedeutung gewinnen“, so Rieckhof. Hamburg verfüge noch über rund 72 Hektar an Industrieflächen, aber es gäbe umliegende Landkreise wie Harburg, Stormarn oder Herzogtum-Lauenburg, die keinerlei industrielle Flächen mehr ausweisen könnten.

Nachfrage bleibt stabil

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen habe sich erstaunlich stabil gezeigt, so der Bericht. Insgesamt seien 267 Grundstücke in einer Größenordnung von rund 203 Hektar veräußert worden. Unter den Käufern habe allein das Verarbeitende Gewerbe rund ein Drittel ausgemacht. Hingegen sei die die Nachfrage nach Büroflächen pandemiebedingt tendenziell zurückgegangen. Die meisten Baugrundstücke wurden demnach an das Bau- und Dienstleistungsgewerbe veräußert. Meist sei der Bau von Lagerhallen oder Produktionsgebäuden geplant.

Gewerbeflächen in Autobahnnähe besonders beliebt

Weiterhin Bestand hat bei der Nachfrage nach Gewerbeflächen die alte Immobilienweisheit „Lage, Lage, Lage“, wie aus dem Bericht zu entnehmen ist. Größere Grundstücke seien in der Metropolregion vor allem in Autobahnnähe vermittelt worden. So würden die fünf Kommunen mit den höchsten Flächenumsätzen allesamt über Anschlussstellen verfügen. Insgesamt befinden sich dem Bericht zufolge in der Metropolregion rund 30 Prozent der angebotenen Flächen in Autobahnnähe. In Hamburg liege der Anteil bei 86 Prozent. Das Flächenangebot in Hafennähe betrage innerhalb der Metropolregion 421 Hektar, das Angebot mit Gleisanschluss 228 Hektar. 

Mehr Standorte für forschungsintensive Industrien

Für die Zukunft empfehlen die Verfasser*innen des Berichts der Metropolregion, noch stärker Standorte zu entwickeln, die den speziellen Anforderungen wissensorientierter Unternehmen entsprechen. Als positive Beispiele für wissensorientierte Standorte rund um Hamburg könnten bereits heute der Innovationspark Altona, der Innovationsraum Itzehoe, das CFK Valley im Landkreis Stade sowie das Gewerbegebiet Wittenburg dienen.
tn/kk