Energiekrise: Spitzengespräch zwischen Wirtschaft und Politik

Notfallfonds "Energiekrise" und Kampagne zur Fachkräftegewinnung angekündigt
20. September 2022
Hamburger Rathaus von oben

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher hat am Dienstag (13.9.) mit Vertreter:innen der Hamburger Wirtschaft im Rathaus über die Folgen des Ukraine-Kriegs beraten und dabei insbesondere die Probleme aufgrund der Energiepreisentwicklung erörtert. Er kündigte an, dass der Senat die Hilfsprogramme auf Bundesebene durch einen Hamburger „Notfallfonds Energiekrise“ in Höhe von 125 Millionen Euro ergänzen werde.

„Hamburgs Wirtschaft hat die Corona-Pandemie insgesamt gut bewältigt und steht auch angesichts der Energiekrise auf einem starken Fundament. Dennoch ergibt sich aus dem zunehmenden Fachkräftemangel und dem starken Anstieg der Energiekosten jetzt für viele Branchen erneut eine schwere Belastungsprobe. Wie in der Zeit der Corona-Pandemie wird der Senat überall helfen, wo es möglich und nötig ist, um Insolvenzen und strukturelle Schäden zu verhindern“, so Tschentscher.

Neben dem Präses der Handelskammer, Prof. Norbert Aust, dem Präsidenten der Handwerkskammer, Hjalmar Stemmann, und Vertreter:innen Hamburger Unternehmen nahmen auch Wirtschaftssenator Michael Westhagemann, Finanzsenator Dr. Andreas Dressel und Kultursenator Dr. Carsten Brosda an dem Gespräch teil.

Aerial view of the Port of Hamburg
© Mediaserver Hamburg/Doublevision

Nofallfonds und weitere Hilfen angekündigt

„Wie wollen wir künftig leben - und wovon? Das ist die entscheidende Frage für Hamburgs Zukunft. Wegen der steigenden Energiekosten wird es immer schwieriger, das 'Wovon?' zu beantworten“, so Aust. In allen Branchen wachse die Sorge, dass die Produktion empfindlich gedrosselt werden oder Betriebe sogar aufgeben müssten. Jetzt sei die Zeit zum Handeln.

Die Finanzbehörde bereitet einen Notfallfonds Energiekrise mit einem Startkapital von 125 Millionen Euro vor, in dem die städtischen Unterstützungsmaßnahmen ergänzend zum Entlastungspaket des Bundes gebündelt werden sollen. „Aus diesen Mitteln werden z.B. die Härtefallhilfen für Energiekunden gespeist, den wir mit den Versorgern auflegen wollen, um Energiesperren zu vermeiden“, so Dressel. Weitere Maßnahmen seien in Vorbereitung.

Der „Notfallfonds Energiekrise“ gebe ein Stück Sicherheit in ungewissen Zeiten, so Westhagemann. Darüber hinaus seien kreative Ideen gefragt. „Hamburg nimmt mit seiner Innovationsstrategie eine aktive und gestaltende Rolle in der Innovationsförderung ein. Innovation wird zum integralen Bestandteil der städtischen und regionalen Entwicklung im globalen Kontext.“ Ein attraktiver Standort fasziniere Menschen und ziehe Talente an, gute Bedingungen vor Ort halten sie. „Wir wollen Hamburg mit seinen ausgewählten Zukunftsthemen und einem klaren Profil als attraktiven globalen Innovationsstandort sichtbarer machen. Darum startet Hamburg in diesem Monat eine große Kampagne zur Fachkräftegewinnung im In- und Ausland. Hamburg bietet in allen Innovationsfeldern hervorragende Möglichkeiten.“

Startups wichtig für Standort

Neben dem Thema Energiekrise tauschten sich die Teilnehmer:innen über den Innovationsstandort Hamburg aus. Startups spielen hierbei eine große Rolle, so der Konsenz, denn sie bringen Branchen voran und unterstützen etablierte Unternehmen bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder. „Kreativität, Mut zur Veränderung und Innovationen zeichnen den Standort Hamburg aus“, so Hamburg Invest Geschäftsführer Dr. Rolf Strittmatter. „Services für Fachkräfte und Talente sowie für Startups sind daher auch wichtige Zukunftsfelder für die Hamburger Wirtschaftsförderung Hamburg Invest.“

Hamburg gilt als wachsender Startup-Standort mit großer Branchenvielfalt, guter Vernetzung und einer steigenden Zahl wissensbasierter Unternehmensgründungen.

Interessierte können sich auf der Website der Startup City Hamburg über die Hamburger Startupszene informieren.