Uni Hamburg: Himmelskarte mit 4,4 Millionen Galaxien veröffentlicht

Internationales Forschungsteam sammelte sieben Jahre Daten für neue Himmelskarte – mit dabei: die Hamburger Sternwarte
13. April 2022
Universität Hamburg, Sternwarte Bergedorf, großer Refraktor

Für die meisten Menschen stellt der Blick in den Sternenhimmel ein Mysterium dar. Für ein internationales Forschungsteam, unter Beteiligung der Hamburger Sternwarte der Universität Hamburg, ist dieser jedoch Gegenstand intensiver Forschungsarbeit. Sieben Jahre lang sammelten die Forschenden Daten für eine neue Himmelskarte mit 4,4 Millionen Galaxien, von denen eine Million zuvor unbekannt waren. Die Karte wurde nun im Fachjournal „Astronomy & Astrophysics“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Radioteleskop mit Stationen in sieben Ländern in Europa

Möglich gemacht wurde diese Entdeckung durch das Radioteleskop LOFAR (Low Frequency Array), das als größtes seiner Art gilt, und dessen Empfängerstationen über sieben Länder in Europa verteilt sind. Die meisten Objekte in der neuen Himmelskarte sind Milliarden Lichtjahre entfernt. Dabei handle es sich vor allem um Galaxien, die in ihrem Zentrum Schwarze Löcher oder Gebiete mit sehr starker Sternbildung beherbergen. Der Datensatz umfasst laut Forschungsteam Aufnahmen aus rund 3.500 Beobachtungsstunden und hat eine Größe von acht Petabyte, was ungefähr der Speicherkapazität von 20.000 Laptops entspricht.

LOFAR-Station in Metropolregion Hamburg

In Hamburg arbeitet das Team um Prof. Dr. Marcus Brüggen mit diesen Daten. Brüggen ist Astrophysiker an der Hamburger Sternwarte und für die gemeinsam mit der Universität Bielefeld betriebene LOFAR-Station in Norderstedt verantwortlich. Die Hamburger Forschenden untersuchen insbesondere Radioquellen, die Millionen von Lichtjahren lang sind: „Die völlig neuartige Technik des LOFAR-Radioteleskops und die Beteiligung an diesem internationalen Projekt ermöglichen uns wichtige Beiträge zur Erforschung von kosmischen Magnetfeldern“, so der Astrophysiker. Das Forschungvorhaben sei im Exzellenzcluster „Quantum Universe“ der Universität Hamburg angesiedelt.
mb/sb

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