Tech-Firma EnergyNest erhält Rekordinvestment von 110 Millionen Euro

Energiewende vorantreiben: Meilenstein für Wärmespeicher-Markt. Norwegisches Unternehmen mit Tochtergesellschaft in Hamburg angesiedelt
26. April 2021
Wärmespeicher EnergyNest

Die Dekarbonisierung industrieller Prozesse gilt als eine der größten Herausforderungen im globalen Kampf gegen den Klimawandel. Um die Dekarbonisierung in der Industrie voranzutreiben, hat das norwegische Tech-Unternehmen EnergyNest einen innovativen Wärmespeicher entwickelt. Das Unternehmen siedelte sich 2020 mit Unterstützung der Hamburg Invest mit einer Tochtergesellschaft in Hamburg an. Die thermische Batterie soll die Nutzung von industrieller Abwärme als Primärenergie bzw. die Nutzung von erneuerbarem Strom in industriellen Wärmeprozessen ermöglichen.

Nun konnte sich das Energiewende-Unternehmen ein Rekordinvestment des Investmentfonds Infracapital in der Höhe von 110 Millionen Euro sichern. Damit wird die Tochterfirma des britischen Vermögensverwalters M&G zum größten Anteilseigner am Unternehmen. Das frische Kapital soll in die internationale Expansion fließen.

Wärmespeicher-Markt wird auf über 300 Milliarden Euro geschätzt

„Gemeinsam mit Infracapital können wir noch mehr Kunden CO2- und Energiekosteneinsparungen ermöglichen“, erklärt Dr. Christian Thiel, CEO von EnergyNest. So solle die energieintensive Industrie von der innovativen Technologie profitieren, um ihre Prozesse zu dekarbonisieren und ihre Nachhaltigkeit zu optimieren, ergänzt Jack Daniels, Chief Investment Officer von M&G. Der globale Markt für thermische Batterien, die Energie in Form von Wärme speichern und so zur Dekarbonisierung industrieller Wärmeprozesse beitragen können, wird laut EnergyNest auf über 300 Milliarden Euro geschätzt.

Industrielle Prozesse dekarbonisieren

Das 2011 gegründete Unternehmen aus Norwegen ist nach eigener Aussage weltweit einer der ersten thermischen Speicheranbieter mit einer marktreifen Batterie. Die sogenannte Thermal Battery werden bereits in der Praxis erprobt, unter anderem beim norwegischen Chemiekonzern Yara in einem „Steam-on-demand-Projekt“. Ein Einsatz in einem Solarkraftwerk des italienischen Energiekonzerns Eni sei in Vorbereitung. Nachdem sich EnergyNest im vergangenen Jahr in Hamburg mit einer Tochtergesellschaft niedergelassen hat, werde nun eine weitere internationale Expansion angestrebt.
sb/kk