Hamburg prüft Standorte für schwimmende LNG-Terminals

Terminals sollen für mehr Unabhängigkeit von russischen Energieimporten sorgen. Bundesregierung zieht Hamburg als Standort in Betracht
04. April 2022
Porto of Hamburg

In Hamburg könnten bald schwimmende Flüssiggas-Terminals eingesetzt werden, um die Abhängigkeit Deutschlands von russischen Energieimporten zu reduzieren. Wie die Hamburger Umweltbehörde Ende März bekannt gab, prüfe die Hansestadt in enger Abstimmung mit dem Bundeswirtschaftsministerium, den Hamburger Energiewerken, Gasnetz Hamburg und der Hamburg Port Authority mögliche Standorte für gecharterte LNG-Terminals.

Deutschland will Flüssiggas direkt importieren

Auf den mobilen Plattformen, sogenannten Floating Storage and Regasification Units (FSRU), wird Flüssigerdgas (LNG) gelagert und kann bei Bedarf in Gas umgewandelt werden. Sie waren zuvor von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck als schnell umzusetzende Maßnahme ins Spiel gebracht worden, um Gas aus Russland zu einem Teil zu ersetzen und die Versorgungssicherheit in Deutschland zu erhalten. Bislang gibt es in Deutschland keine Möglichkeit, LNG direkt zu importieren. Geplant ist der Bundesregierung zufolge die Anmietung von drei schwimmenden LNG-Terminals, die bereits zum Winter 2022/2023 zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung stellen sollen. Verschiedene Hafenstandorte in Norddeutschland, darunter auch Hamburg, kämen für die Terminals in Betracht.

Hamburg mit guten Voraussetzungen für LNG-Terminals

„Hamburg würde als Hafenstadt gern einen Beitrag leisten, die Unabhängigkeit von russischen Energieimporten voranzutreiben“, betont der Hamburger Staatsrat Michael Pollmann. Vorteile würde der Standort Hamburgs etwa beim Bau der nötigen Anschluss-Pipelines für ein LNG-Terminal bieten. „Mit unserem gut ausgebauten Erdgasnetz auch im Hafengebiet könnten bei uns die Leitungsbaumaßnahmen vermutlich vergleichsweise gering ausfallen“, so Pollmann.
tn/sb