Mobilität

Autonomes Busprojekt HEAT: Hochbahn zieht positive Bilanz

27. Oktober 2021
Letzte Testfahrten mit Fahrgästen in der HafenCity abgeschlossen. Sind selbstfahrende E-Busse für den ÖPNV-Alltag geeignet?

Eignen sich autonome Fahrzeuge für den Einsatz im ÖPNV und werden sie überhaupt akzeptiert? Antworten auf diese Fragen soll der autonome E-Kleinbus HEAT der Hamburger Hochbahn liefern. Am vergangenen Wochenende (22. Oktober) endete mit dem Abschluss des Fahrgastbetriebes die letzte aktive Phase des Forschungs- und Entwicklungsprojekts. In den vergangenen zwei Monaten hatte der selbstfahrende Bus noch einmal Fahrgäste durch die Hamburger HafenCity transportiert. Nach Angaben der Hochbahn nutzten knapp 1.400 Interessierte die Chance, darunter auch rund 200 ITS-Kongressbesucher*innen aus aller Welt. Bis zum Jahresende wolle man nun die Ergebnisse der letzten Projektphase auswerten. Schon jetzt bewerte man das Pilotprojekt als Erfolg: Es sei möglich, einen Kleinbus auf einer festgelegten Strecke im Mischverkehr für den Fahrgastbetrieb einzusetzen.

Autonom fahrende Busse könnten zum wichtigen Baustein des ÖPNV werden

„Autonom fahrende Busse können in der Zukunft ein wichtiger Baustein sein, um das Angebot von Bus und Bahn zu ergänzen – gerade in Tagesrandzeiten sowie in Quartieren, die bislang noch nicht so gut erschlossen sind“, sagt Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn. In Folgeprojekten sei nun zu bewerten, inwiefern eine eigene Infrastruktur für autonome Fahrzeuge bei einem Einsatz in größeren Gebieten erforderlich und realisierbar wäre. Bei den Tests in der HafenCity hatte der Kleinbus HEAT unter anderem mit Sensoren im Straßenbereich kommuniziert. Im Zusammenspiel mit eigenen Sensoren und Kameras konnte das Fahrzeug unter Aufsicht eines Begleiters so automatisiert abbiegen, Hindernisse umfahren und Kreuzungen passieren.

HEAT: Pilotprojekt verdeutlicht Herausforderungen

Die laufende Bewältigung innerstädtischer Verkehrssituationen stellte dennoch eine Herausforderung für die Technologie dar, so die Hochbahn. Gründe für manuelle Eingriffe lieferten demnach etwa auf Falschparker und in zweiter Reihe stehende Lieferwagen. Durch die Automatisierung von Überhol- und Ausweichmanövern in der letzten Projektphase sei das Problem allerdings gelöst worden. Passagiere wären dem Projekt derweil überwiegend mit Neugierde und Interesse begegnet. Der Kontakt zum Begleiter sei allerdings noch als wichtig empfunden worden, selbst wenn dieser keine aktive Rolle beim Fahren hatte – gerade beim ersten Ausprobieren der neuen Technologie.

Deutschland will Vorreiter im Bereich autonomer Fahrzeuge werden

Deutschland will nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums zukünftig eine Führungsrolle beim autonomen Fahren einnehmen. Mit dem im Juli in Kraft getretenen Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes und des Pflichtversicherungsgesetzes werden zum ersten Mal Möglichkeiten zum Betrieb automatisierter Fahrzeuge ohne Fahrer*in in fest definierten Bereichen eröffnet. Bis zum Jahr 2022 will das Verkehrsministerium Fahrzeuge mit autonomen Fahrfunktionen in den Regelbetrieb bringen. Während das Projekt HEAT plangemäß zum Ende des Jahres abgeschlossen werden soll, wolle sich auch die Hochbahn 2022 weiter mit den Einsatzmöglichkeiten autonomer Fahrzeuge beschäftigen.
tn/sb

Quellen und weitere Informationen

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