Auszeichnung: Innovationspreis für das RealLabHH

Sechs von acht Versuchsbetrieben werden weitergeführt
02. Juni 2022

Das Forschungsprojekt Reallabor Hamburg (RealLabHH) hat Ende Mai beim „Innovationspreis Reallabore 2022“ in der Kategorie „Rückblicke“ für abgeschlossene Projekte den ersten Preis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz erhalten. Damit konnte sich das Forschungsprojekt unter Konsortialführung der Hamburger Hochbahn gegen acht Mitbewerber durchsetzen, darunter der Rhein-Main-Verkehrsverbund mit einem Projekt zum autonomen Fahren und die IAA Mobility 2021 mit dem Umweltfahrstreifen auf einer Autobahn. „Die Auszeichnung ist für uns eine großartige Bestätigung für alles, was man erreichen kann, wenn man sich in die Praxis wagt und hier direkt erprobt, was möglich ist. Das macht Lust auf mehr Innovation“, so Henrik Falk, Hochbahn-Vorstandsvorsitzender, Konsortialführung.

Erprobung praktischer Mobilität in Hamburg

Insgesamt stellten sich 32 namhafte Unternehmen und Institute aus Wissenschaft und Wirtschaft der praktischen Erprobung digitaler Mobilität in Hamburg. Entstanden ist das RealLabHH aus einer Initiative der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM), die vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert wurde. Im Zentrum standen Fragestellungen nach einer komfortableren, einfacheren und nachhaltigeren Mobilität der Zukunft. Zwischen dem Sommer 2020 und Ende 2021 wurden dabei in verschiedenen Teilprojekten neue Lösungsansätze getestet und konkrete Empfehlungen sowie Handreichungen für Kommunen entwickelt. Mit Erfolg, denn mit sechs von acht praktischen Versuchsbetrieben geht es nach Ende des Forschungsprojektes weiter. Der Ende Abschlussbericht zum RealLabHH findet sich hier.

Vom Labor in die Realität – für diese Teilprojekte geht es weiter

Folgende Projekte werden weitergeführt:

Eine App für alles: Aktuell umfasst die hvv switch App bereits die Services des hvv Ticketings, die Buchung des On-Demand-Shuttles Moia sowie der Carsharing-Angebote von Sixt share und Miles sowie das E-Scooter-Sharing von Tier. Noch in diesem Jahr ist die Integration weiterer Partner wie Weshare und Stadtrad geplant.

Vom Demonstrator zum Prototyp: Die Analysen und Entwicklung zur Dateninteraktion für intermodale Reiseketten auf Bundesebene werden fortgesetzt. Im Rahmen einer Taskforce „Dataspace Powered Mobility“ sollen die Erkenntnisse zum Themen Datensouveränität dabei nun operationalisiert werden.

Mobilitätsbudget statt Dienstwagen: Der Pilot zum arbeitgeberfinanzierten und flexibel einsetzbaren Mobilitätsbudget als Alternative zum Dienstwagen lief mit zehn Unternehmen und insgesamt rund 500 Mitarbeitenden, sodass das Angebot zum Ende des Jahres unter Federführung der DB verstetigt und mit der Integration in die hvv switch App in den Regelbetrieb überführt wird.

Auf Abruf flexibel mobil sein – auch im ländlichen Raum: Die On-Demand-Shuttleverkehre im Landkreis Stormarn inklusive der Stadt Ahrensburg werden bis Ende 2024 und im Landkreis Harburg bis Dezember 2022 fortgesetzt.

Lastenrad statt Lieferwagen: Die in der Innenstadt (Burchardstraße und Zentraler Omnibusbahnhof) geschaffenen Mikrodepots dienen weiterhin als Umschlagpunkte, die von verschiedenen Logistikdienstleistern und regionalen Einzelhändlern gemeinschaftlich genutzt werden. Lieferungen werden von dort per Lastenfahrrad klimaneutral zum Endkunden gebracht.

Digitaler Schutzengel für Radfahrer:innen: Im Teilprojekt Vulnerable Road User wurde eine App entwickelt, die besonders gefährdete Teilnehmende im Straßenverkehr vor einem drohenden Zusammenstoß mit Fahrzeugen warnt.
cb/kk