185 Mio. Euro für Tuberkulose-Forschung: Uni Hamburg beteiligt

Neues Tuberkulose-Forschungsnetzwerk gestartet. Uni Hamburg als eine von 30 Forschungsinstitutionen dabei
27. Juli 2021
University of Hamburg

Weltweit gehört Tuberkulose zu den zehn häufigsten Todesursachen. Nahezu ein Viertel der Weltbevölkerung ist infiziert, mehr als eine Million Menschen sterben jährlich an der bakteriellen Infektionskrankheit. Eine Besserung sei derzeit nicht in Sicht: Aufgrund zunehmend resistenter Bakterien verschlechtere sich die Wirkung herkömmlicher Medikamente gegen Tuberkulose immer weiter. Ein neues internationales Forschungsnetzwerk, unter Beteiligung der Universität Hamburg, soll nun innovative Behandlungsmöglichkeiten gegen die Krankheit entwickeln. Das Vorhaben wird mit 185 Millionen Euro von der EU sowie von Pharmaunternehmen gefördert.

Universität Hamburg im neuen Tuberkulose-Forschungsnetzwerk

Im Zuge des Forschungsprojektes mit dem Namen UNITE4TB sollen neue Medikamente entwickelt und die Kombinationsmöglichkeiten unterschiedlicher Arzneimittel erforscht werden. „In der Tuberkulose-Therapie ist es üblich, drei oder mehr Medikamente in Kombination einzusetzen, weil bei der Therapie mit nur einem Wirkstoff zu schnell Resistenzen entstehen“ erklärt Prof. Dr. Sebastian Wicha von der Universität Hamburg, der mit seiner Forschungsgruppe an dem Projekt beteiligt ist. „Das Wissen über mögliche Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Wirkstoffen ist der Schlüssel zur Entwicklung neuer Therapien“, so Wicha weiter. Seine Gruppe „Klinische Pharmazie“ setzt mathematische Modelle ein, um sinnvolle Kombinationen von neuen Arzneistoffen mit vorhandenen Medikamenten zu ermitteln. Auf Basis der Hamburger Ergebnisse sollen bis zu 15 neue Wirkstoffe von UNITE4TB erforscht und potenziell zugelassen werden. 

EU und Pharmaunternehmen fördern Forschung

Das neue Forschungsnetzwerk, welches insgesamt 30 Forschungsinstitutionen aus 13 Ländern umfasst, wird mit 185 Millionen Euro von der EU sowie verschiedenen Pharmaunternehmen gefördert. An dem Projekt beteiligt ist unter anderem der Europäische Dachverband der nationalen Verbände forschender Pharmaunternehmen (EFPIA). So sollen die Forschungsinstitutionen für ihre Forschung auch Wirkstoffe nutzen können, die sich derzeit noch in der Erprobungsphase befinden. Die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten hatten 2018 beschlossen, Tuberkulose bis 2030 ausrotten zu wollen.
tn/sb/kk