10 Jahre Fraunhofer CML: Innovationstreiber maritimer Wirtschaft

Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen forscht für eine nachhaltige maritime Wirtschaft – ein Ausblick
13. Oktober 2020
Maritime Konferenz

Die Fraunhofer-Gesellschaft betreibt anwendungsorientierte Forschung in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Kommunikation, Mobilität, Energie und Umwelt – zum unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft und zum Vorteil der Gesellschaft. In diesem Jahr feiert die allererste Fraunhofer-Einrichtung in Hamburg ihr 10. Jubiläum: Das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML) gilt als Innovationstreiber der maritimen Wirtschaft. Aktuell baut das CML seine Forschungsaktivitäten im Rahmen des Programms „Smart Ocean“ weiter aus. Bund und Stadt investieren hierfür rund 38 Millionen Euro. 

Fraunhofer CML: wichtiger Impulsgeber für die maritime Wirtschaft in Hamburg

„Das Fraunhofer CML ist mit seinen vielfältigen Forschungsaktivitäten ein wichtiger Partner und Impulsgeber für die maritime Wirtschaft in Hamburg. Hier entstehen umweltschonende und gleichzeitig hochinnovative Konzepte für einen modernen, leistungsfähigen Hafenstandort – diesen zukunftsorientierten Wissenstransfer wollen wir durch den Ausbau des Fraunhofer CML weiter stärken“, so Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank. Dabei seien Innovation und ein schneller Transfer neuer Technologien aus der Forschung in die Anwendung so wichtig wie nie zuvor, sagt Prof. Raoul Klingner, Direktor Forschung der Fraunhofer-Gesellschaft.

Neues Forschungsgebäude in Harburg soll 2021 eröffnet werden

Das Fraunhofer CML wurde 2010 an der Technischen Universität Hamburg (TUHH) gegründet. Mittlerweile gibt es sechs Fraunhofer-Einrichtungen in der Hansestadt. Schwerpunkte in der Forschung am CML liegen auf maritimer Logistik, Häfen, Schifffahrt und Schiffbau. Das CML ist Teil des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML). Derzeit wird im Harburger Binnenhafen für 20 Millionen Euro ein neues Forschungsgebäude errichtet, die Bauarbeiten sollen 2021 abgeschlossen werden.

Ausbau des Fraunhofer CML – für mehr Nachhaltigkeit in der Schifffahrt

Der Ausbau der Forschungsaktivitäten des Fraunhofer CML ist ein wichtiger Bestandteil der Fraunhofer-Strategie des Senats. Das CML wird seine Kompetenzen in vielversprechenden Innovationsfeldern ausbauen. Dazu gehören Lösungen und neue Anwendungen in den Bereichen ressourcenschonende Schifffahrt, emissionsfreier Warenumschlag in Häfen, innovative Konzepte für den Schiffbau sowie intelligente Logistikprozesse. Ziel ist die Weiterentwicklung des CML in Richtung eines eigenständigen Fraunhofer-Instituts zugunsten des maritimen Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Hamburg. Bund und Stadt investieren hierfür 38 Millionen Euro, wovon der Bund 26 Millionen Euro übernimmt und die Stadt Hamburg 12 Millionen Euro.

Förderprogramm Smart Ocean: Green Shipping im Fokus

Im Rahmen des Förderprogramms Smart Ocean sollen Lösungen erarbeitet werden, um die Prozesse in Seeschifffahrt und maritimer Logistik weiter zu verbessern und gleichzeitig ökologische Aspekte in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei spielt die Entwicklung alternativer Antriebssysteme bzw. Schiffstechnologien (Green Shipping) eine wichtige Rolle. Neben dem Aufbau neuer Stellen für Wissenschaftler*innen am CML ergeben sich zahlreiche neue Ansatzpunkte für die Kooperation mit anderen Hamburger Wissenschaftseinrichtungen und innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft. Der Ausbau soll darüber hinaus zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der maritimen Wirtschaft beitragen und die Ausbildung dringend benötigter wissenschaftlich-technischer Fachkräfte sicherstellen.

Fraunhofer-Gesellschaft in Hamburg

Neben dem Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen sind in Hamburg zudem der IME-Screening Port des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie (Aachen), das Centrum für Angewandte Nanotechnologie (CAN) des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP (Potsdam) sowie das Anwendungszentrum für Integrierte Lokale Energiesysteme für die Sektorkopplung (ILES) und das Large Bearing Laboratory (LBL) des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme (IWES) (Bremerhaven) angesiedelt. Seit 2018 verfügt Hamburg außerdem mit der Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien (IAPT) über eine selbstständige Fraunhofer-Einrichtung.
rr/sb